Backen nach alter Tradition
Im Jahre 1562 wurde im Siegerland von Graf Johann von Nassau eine Holz- und Waldverordnung eingeführt. Ziel war es Holz zu sparen und Brände in den Häusern zu vermeiden. Deshalb mussten in den Dörfern Gemeinschaftsbackhäuser (Backes) gebaut werden.
Die Backhäuser wurden aus Holzbalken gezimmert und die Holzfachwerke mit Holzgeflecht, Lehm und Stroh errichtet. Innen baute man einen Steinofen, der mit Holz angeheizt und mit Reisigbündel (Schanzen) zwischengeheizt wurde.
Der Sauerteig wurde angesetzt und der Brotteig in der heimischen Küche geformt. Die Brotlaibe wurden dann auf Brettern mit einer Karre in den Backes gefahren und dort gebacken.
Während des Backens hatte man Zeit, über Neuigkeiten aus dem Dorf zu sprechen und einen Sauerteig-Ansatz an die nächsten Familien weiterzugeben, die mit dem Backen an der Reihe waren. Traditionell bildeten immer 8-15 Familien eine Backgemeinschaft. Im Herbst wurde die Restwärme des Ofens benutzt, um Obst zu trocknen (dörren). Diese Back-Tradition hat sich bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts gehalten.
In den letzten Jahren sind in den Freudenberger Ortschaften durch die Heimatvereine, alte Backhäuser renoviert und einige Backhäuser nach altem Brauchtum, mit einem direkt befeuerten Steinbackofen, neu gebaut worden.
Neubau des Backes im Jahre 2000 und heute
So wird die alte Tradition des gemeinschaftlichen Brotbackens wieder liebevoll gepflegt und für die heutige, vor allem auch junge Generation, wieder lebendig. Unser Backes wurde im Jahre 2000 in Oberheuslingen an fast gleicher Stelle, wo der alte „Brööcher Backes“ stand, neu errichtet und in den letzten Jahren vergrößert.